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Grunderwerbsteuer international: Deutschland im Vergleich

18. Juni 2018 Steuern News

Die Grunderwerbsteuer international. Seit der Föderalismusreform 2006 haben bereits viele Bundesländer an der Steuerschraube gedreht und die Grunderwerbsteuer deutlich erhöht, sodass es von Jahr zu Jahr zu neuen Rekordeinnahmen für die jeweiligen Länder kommt. Besonders Bundesländer mit einem Steuersatz von 6,5 Prozent haben ihre Einnahmen deutlich steigern können. Die Grunderwerbsteuer ist für sie ein unverzichtbares Finanzierungsmittel, um die klammen Haushalte zu entlasten. Zudem profitieren die Länder von einem weiteren Punkt: Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer werden über eine theoretische Grundlage im Länderfinanzausgleich verteilt. Momentan liegt die Steuer im Durchschnitt bei etwa 5,2 Prozent, was bedeutet, dass alle überschüssigen Einnahmen behalten werden können. Im Umkehrschluss müssen Länder wie Bayern und Sachsen alle Einnahmen in den Finanzausgleich geben, was eine baldige Erhöhung des Steuersatzes in diesen beiden Ländern nicht unbedingt unwahrscheinlicher macht. Wenn alle Bundesländer die Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent anheben, hat dies auch Auswirkungen auf die Position im internationalen Vergleich.

Denn eines ist bereits jetzt klar: Seitdem die Bundesländer selbst über die Höhe des Steuersatzes bestimmen können, hat sich dieser im Schnitt deutlich nach oben verschoben. In Europa nimmt die Bundesrepublik eine Position in der Spitzengruppe ein. Einen höheren Steuersatz der Grunderwerbsteuer international erheben nur Luxemburg (6 bis 9 Prozent) und Italien (2 bis 9 Prozent). Frankreich fordert grundsätzlich 5,1 Prozent Grunderwerbsteuer und liegt damit in etwa auf dem gleichen Level wie Deutschland. Andere Staaten wie Österreich (3,5 Prozent), Griechenland (3 Prozent) belasten ihre Bürger beim Immobilienkauf deutlich weniger. Dänemark fordert gar nur 0,6 Prozent des Kaufpreises in Form der Grunderwerbsteuer. Eine Überraschung ist sicherlich die Schweiz, von der man nicht erwartet hätte nur einen Steuersatz von 1 bis 3,3 Prozent anzusetzen. Dies könnte natürlich mit den ohnehin bereits exorbitant hohen Immobilienpreisen zusammenhängen, die vor allem in Städten wie Zürich oder Basel anfallen. Ein weiterer Preistreiber könnte hier kontraproduktiv wirken.

Dieser Vergleich verdeutlicht noch einmal, dass Deutschland seine Bürger steuerlich deutlich stärker belastet als es seine europäischen Nachbarn tun. Luxemburg kann den Steuersatz aufgrund seines begrenzten Staatsgebiets und vor allem seines Reichtums problemlos fordern. Dass Italien einen noch höheren Steuersatz fordert, überrascht dabei nur auf den ersten Blick. Denn das Land ist seit Jahren nicht nur in einer politischen, sondern vor allem in einer finanziellen Krise und ist auf zusätzliche Steuereinnahmen daher dringend angewiesen.

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